SGB VIII - Online-Handbuch

herausgegeben von Ingeborg Becker-Textor und Martin R. Textor

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Mit 42.100 Inobhutnahmen neuer Höchststand im Jahr 2013

Statistisches Bundesamt

 

Im Jahr 2013 haben die Jugendämter in Deutschland 42.100 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Das waren gut 1.900 Minderjährige (+5%) mehr als 2012. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hat die Zahl der Inobhutnahmen in den letzten Jahren stetig zugenommen, gegenüber 2008 (32.300 Inobhutnahmen) stieg sie um 31%.

Der häufigste Anlass für die Inobhutnahme eines/ einer Minderjährigen war mit einem Anteil von 40% (16.900 Kinder und Jugendliche) die Überforderung der Eltern beziehungsweise eines Elternteils.

Erneut stark zugenommen hat die Zahl der Minderjährigen, die aufgrund einer unbegleiteten Einreise aus dem Ausland in Obhut genommen wurden. Insgesamt kamen 2013 rund 6.600 Kinder und Jugendliche ohne Begleitung einer sorgeberechtigten Person über die Grenze nach Deutschland, sechsmal mehr als im Jahr 2008 (1.100 Minderjährige). Rund 5.900 dieser jungen Menschen (89%) waren männlich, dagegen reisten nur etwa 700 Mädchen unbegleitet nach Deutschland ein. Knapp 4.600 (69%) der Minderjährigen waren 16 oder 17 Jahre alt.

Inobhutnahmen 2008 - 2013

Jahr Insgesamt männlich weiblich darunter aufgrund einer unbegleiteten
Einreise aus dem Ausland
insgesamt männlich weiblich
in % in %

2008

32 253

46,4

53,6

1 099

74,1

25,9

2009

33 710

47,8

52,2

1 949

83,2

16,8

2010

36 343

47,8

52,2

2 822

85,6

14,4

2011

38 481

48,3

51,7

3 482

83,3

16,7

2012

40 227

50,1

49,9

4 767

85,9

14,1

2013

42 123

52,7

47,3

6 584

89,0

11,0

Eine Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme der Jugendämter zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die sich in einer akuten, sie gefährdenden Situation befinden. Jugendämter nehmen Minderjährige auf deren eigenen Wunsch oder auf Grund von Hinweisen Anderer - beispielsweise der Polizei oder von Erzieherinnen und Erziehern - in Obhut und bringen sie in einer geeigneten Einrichtung unter, zum Beispiel in einem Heim.

Quelle: Pressemitteilung Nr. 262 vom 25.07.2014